Kirchenbezirke wollen Landeskirchengrenzen überwinden

- 06.06.2025 - 

Wie können Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Diakoninnen und Diakone der Kirchenbezirke Badischer Enzkreis und Mühlacker landeskirchlich übergreifend besser zusammenarbeiten? Mit dieser Frage beschäftigten sich über 30 hauptamtliche Mitarbeitende bei der gemeinsamen Dienstbesprechung beziehungsweise beim gemeinsamen Konvent am Donnerstag, 5. Juni, in der Evangelischen Kirche in Dürrn.

Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Diakoninnen und Diakone der Kirchenbezirke Badischer Enzkreis und Mühlacker tauschten sich in Dürrn aus, wie sie landeskirchlich übergreifend besser zusammenarbeiten können. Bild: Claudius Schillinger
Der Bürgermeister von Ölbronn-Dürrn, Norman Tank, freute sich „besonders über das kirchenbezirksübergreifende, über die beiden Landeskirchen hinausgehende Treffen“. Denn die Gemeinde bezeichnet sich auch als das „Ländle im Kleinformat“, da der Ortsteil Dürrn zum badischen Landesteil und der Ortsteil Ölbronn zu Württemberg gehört. „Auch im kirchlichen Umfeld waren beziehungsweise sind nach wie vor die unterschiedlichen Zugehörigkeiten spürbar. So haben wir zwar in beiden Ortsteilen eine evangelische Kirche. Durch ihre jeweilige Zugehörigkeit zur Landeskirche Württemberg beziehungsweise zur Landeskirche Baden ist eine engere Zusammenarbeit im Bereich der Seelsorge, der Jugendarbeit oder der Bildung aber bis heute nur schwer möglich.“ Norman Tank ermutigte dazu, zusammenzuarbeiten, um Grenzen zu überwinden und das Zusammenwachsen aktiv anzugehen: „Die Erfahrungen, die wir hier vor Ort im kommunalen Umfeld gemacht haben, können Ihnen Mut machen.  Sie zeigen, dass aus zunächst schwierigen Voraussetzungen eine gute und vertrauensvolle Gemeinschaft entstehen kann, wenn man bereit ist, aufeinander zuzugehen, einander zuzuhören und gemeinsam neue Wege zu gehen.”
Beim gemeinsamen Austausch sammelten die Hauptamtlichen Vorschläge für eine engere Zusammenarbeit. Pfarrer Oliver Elsässer aus Langenalb-Marxzell regte einheitliche Bezeichnungen für die verschiedenen Gremien an, um das Verständnis zu erleichtern. Pfarrer Markus Mall aus Kieselbronn-Dürrn rief dazu auf, kirchenbezirks- und landeskirchenübergreifende Dienstgruppen und Gottesdienstpläne einzurichten. Das unterstützte auch Pfarrer Johannes Wegner aus Wurmberg: „Oft weiß man nichts von den Nachbargemeinden.“ Ebenso sprachen sich Markus Mall und Dekan Jürgen Huber für vereinfachte Verwaltung von Kasualien wie Taufen und Trauungen über die landeskirchlichen Grenzen hinaus aus und über bessere Informationen. Jürgen Huber schlug außerdem vor, unter dem Motto „Gemeinsam im Enzkreis“ eine größere gemeinsame Veranstaltung oder Veranstaltungsreihe mit einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung zu planen. Dekan Christoph Glimpel lobte das bereits bestehende Miteinander im Diakonieverband Enzkreis, der von den Kirchenbezirken Badischer Enzkreis, Mühlacker und Neuenbürg getragen wird.