Kunst überwindet auch bei Kindern Grenzen

- 10.09.2025 - 

Kinder aus unterschiedlichen Kulturkreisen sind sich im Rahmen der Internationalen Kunstwoche in Schützingen begegnet. Dort konnten sie Freundschaften knüpfen und ihrer Kreativität freien Lauf lassen. 

Bei einer Kunstwoche konnten geflüchtete Kinder und Kinder aus Deutschland Grenzen überwinden und ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Bild: Daria Kraft
Kunst verbindet – und das auf allen Ebenen. Das weiß man auch bei der Diakonie und der Evangelischen Kirchengemeinde Schützingen. Seit neun Jahren ist dort die Internationale Kunstwoche für Kinder zu einem Erfolgsmodell geworden, das auch in diesem Jahr auf Begeisterung stieß. „Es war wieder toll und inspirierend und wir sind immer ganz beglückt davon, was die Kinder machen“, betonte Daria Kraft von der Diakonie Enzkreis. Unterstützt wurde sie dabei jedes Jahr von Künstlern aus der Region. Dieses Mal waren es Andrea Busch aus Horrheim und Luise Lüttmann, die mit den Kindern Mosaike aus Fliesen hergestellt, Drahtfiguren gebastelt, selbsttrocknenden Ton verziert, Stoffe bedruckt und Duftsäckchen geschaffen haben. Dabei waren insgesamt 16 Kinder mit afghanischem, deutschem und syrischem Hintergrund, die aus Mühlacker, Öschelbronn, Schmie, Schützingen und Vaihingen kommen, sagte Daria Kraft. „Unsere Idee ist, dass wir Kinder aus ganz unterschiedlichen Kulturkreisen zusammenbringen wollen. Wenn sich dann am Ende der Woche sogar Freundschaften gebildet haben, wie in diesem Fall geschehen, dann sei das ein wirklich großer Erfolg und stehe genau in der Tradition, die sie mit der Internationalen Kunstwoche für Kinder 2016 ins Leben gerufen haben.
„Als damals die Geflüchteten kamen, standen wir vor der Frage, was man gut zusammen machen kann, und Kunst geht halt relativ gut miteinander“, sagte Daria Kraft, Seither ist das Prinzip dasselbe geblieben. Bis zu 15 Kinder dürfen maximal mitmachen, dann sind die Grenzen der Kapazität erreicht. „In diesem Jahr waren schnell ausgebucht“, freute sich Daria Kraft über die anhaltend hohe Resonanz. Kurz stand deshalb sogar im Raum, eine zweite Woche dranzuhängen, doch das war unter anderem organisatorisch nicht möglich. Schützingen haben sie als Ort für diese Kunstwoche bewusst ausgewählt. „Hier ist so eine Idylle und Ruhe, und das spüren auch die Kinder“, sagte Daria Kraft. Viele seien von dieser Location ganz begeistert gewesen und ließen sich davon inspirieren, wenn sie „mit viel Elan und Konzentration an ihren Stücken arbeiten.“ In diesem Jahr haben sie mit Keramik begonnen. „Wir hatten viel Spaß damit, Kacheln zu zerschlagen und sie dannwieder neu zusammenzufügen“, sagte Daria Kraft. Danach stand das Arbeiten mit Ton an. „Da haben wir Medaillons gefertigt“, wobei die Kinder beim Erarbeiten ihrer Kunstwerke sehr frei vorgehen und sich ganz auf ihre eigene Kreativität hätten verlassen dürfen. Gleiches gilt für die Stoffdrucke oder das Arbeiten mit Draht zum Abschluss dieser Woche. Diese Vielfalt an Kunststilen ist übrigens gewollt. Bei den Künstlern, die die Macher anfragen, ist immer für Abwechslung gesorgt. „Die Kinder sind nachher ganz stolz auf ihr Produkt“, sagte Daria Kraft, die vor allem auch den beiden Künstlerinnen dankt, dass sie sich engagiert haben. „Man muss sich darauf einlassen, mit Kindern zu arbeiten“ – und das hätten beide auf wundervolle Weise getan.
Am Ende der Kunstwoche sind auch die erfahrenen Künstlerinnen begeistert von den Ergebnissen. „Die haben ganz tolle Sachen gemacht und waren richtig kreativ“, freute sich Andrea Busch. Vor allem von den Mosaiken ist sie beeindruckt. Die jungen Künstler hätten schnell umgesetzt, was sie ihnen gezeigt hat. „Ich musste relativ selten eingreifen, weil die alle sehr gut damit zurechtgekommen sind.“
Mit Kindern zu arbeiten, das sei für die Lehrerin ohnehin immer etwas Besonderes. „Ich liebe das.“ Gleiches gilt auch für Luise Lüttmann. „Das hat wirklich unheimlich Spaß gemacht, mit den Kindern zu arbeiten“, bestätigte sie. „Sie waren so höflich und interessiert, und es sin tolle Sachen herausgekommen. Das liege auch daran, dass Kinder viel unbefangener an solche Arbeiten herangehen. „Kinder haben einen Gestaltungswillen, und das möchte ich einfach unterstützen“, betonte Luise Lüttmann. „Sie haben noch nicht so die Schere im Kopf“ – was sich letztlich auch am Ergebnis zeigt: Alle Arbeiten, die in dieser Kunstwoche entstanden sind, konnten bei einer Vernissage bestaunt werden. Stefan Friedrich