50 Jahre Christuskirche Wilferdingen

- 06.10.2025 - 

Auf 50 Jahre Christuskirche blickt die Evangelische Kirchengemeinde Wilferdingen mit einem Festwochenende an Erntedank dankbar zurück. Eine zukunftsweisende Entscheidung traf die damalige Gemeinde unter Pfarrer Oskar Rößler mit dem Neubau der Christuskirche, die sie nach vierjähriger Bauzeit 1975 am Kutscherweg neben dem bereits erbauten Gemeinde- und Pfarrhaus mit Kindergarten einweihen konnte. 

Über 50 Jahre Christuskirche freuen sich die Hauptamtlichen mit damaligen Zeitzeugen: Pfarrer Friedemann Zitt (von links), Karl-Heinz Stengel, Linde Walch, Diakon Patrick Zipse und Klaus Leonhardt. Bild: Julian Zachmann 
Die Vorüberlegungen reichen laut Ortschronik bis 1934 zurück, in dem der Evangelische Oberkirchenrat darauf hingewiesen habe, dass die 1786 erbaute Kirche an der Kirchstraße „äußerst nüchtern und einfach erbaut“ und zu klein sei, sodass an Festtagen ein Teil der Schulkinder wieder heimgeschickt werden müsse. Heute bietet das Gotteshaus Platz für rund 400 Menschen. Ein Förder- und Trägerverein rettete derweil die mittlerweile denkmalgeschützte „Alte Kirche“ vor dem Abriss und nutzt sie für kulturelle Veranstaltungen.
1971 begann der Bau am Kutscherweg nach den Plänen des Diplomingenieurs Gerhard Aeckerle aus Pforzheim – mit einem tiefen Einschlag, wie sich heute Klaus Leonhardt, der als junger Zimmermann selbst mit anpackte, zurückerinnert: Im November 1973 setzte flüssiger Kunststoff aus einem Bitumenofen, der für den Bodenbelag benötigt wurde, die fast schon fertiggestellte Kirche in Brand. „Den ganzen Morgen schrillten die Sirenen“, erinnert er sich zurück. „Das hat uns ein Jahr zurückgeworfen, aber umso mehr Ehrenamtliche packten beim Wiederaufbau mit an.“ „Heute bietet uns die Kirche viele Möglichkeiten, auch über die Gottesdienste hinaus mit Ausstellungen und Konzerten“, blickt Linde Walch auf die multifunktionale Raumnutzung, besonders nachdem die Gemeinde die Kirchenbänke gegen Stühle und verschiebbare kleine Bänke getauscht hat. „Da gehörte viel Glaubensmut dazu. Mit der Christuskirche sind auch unsere Gemeinde und ihre vielfältigen Aufgaben gewachsen“, freut sich auch Karl-Heinz Stengel über die neu gewonnenen Möglichkeiten am Gemeindezentrum und die enge Verbindung zur Kinder- und Jugendarbeit des örtlichen CVJM. „Ein Entwurf, der damals nicht bei allen Applaus hervorrief, wäre heute nicht mehr wegzudenken“, bringt Diakon Patrick Zipse die Weitsichtigkeit der damaligen Verantwortlichen auf den Punkt, „Da wurde in die Zukunft gedacht.“ Ähnliches gilt für den Brand des Evangelischen Gemeindehauses im März 2014 und die daraus entstandene moderne Sanierung und Erweiterung. Der nächste Wandel steht mit der Fusion der drei Evangelischen Kirchengemeinde in Remchingen zum 1. Januar unmittelbar bevor. Julian Zachmann