Gemeinsam die Gottesdienst- und Gemeindelandschaft modernisiert

- 05.11.2025 - 

Nach 13 Jahren Dienst verabschiedete die Evangelische Kirchengemeinde Wilferdingen ihren Pfarrer Friedemann Zitt, der zur Pforzheimer Stadtkirchengemeinde wechselt und dort die im Rahmen des Strukturprozesses neu geschaffene Pfarrstelle mit dem Schwerpunkt „Glauben vertiefen“ antritt.

Auf eine vielfältige Zeit mit dem Wilferdinger Pfarrer Friedemann Zitt und seiner Frau Sabine (Mitte) blickten bei der Verabschiedung LGV-Pastor Daniel Keller (von links), Diakon Patrick Zipse, Bürgermeisterin Julia Wieland, Dekan Dr. Christoph Glimpel und der Singener Pfarrer Rudolf Kaltenbach. Bild: Julian Zachmann

Quelle: Julian Zachmann

In seiner letzten Predigt in der vollbesetzten Christuskirche erinnerte er sich, wie ihn ein Bibelvers aus dem fünften Buch Mose vom verheißenen Land 2012 nach Wilferdingen geführt habe – nachdem er von der Landeskirche zwölf Jahre für den Dienst in der Pforzheimer Stadtmission beurlaubt war.  „Dazu gehört aber auch das Kleingedruckte“, stellte Friedemann Zitt mit Blick auf die nachfolgenden Bibelstellen fest. So habe er auch in Wilferdingen „Herausforderungen ohne Ende“ erlebt, die es zusammen mit einer engagierten Gemeinde und im Vertrauen auf Gott zu meistern galt. Dazu zählte er die Entscheidung, einen Jugendreferenten für die CVJM anzustellen, den Brand und Wiederaufbau des Gemeindehauses, die Neubelebung der Kindergottesdienst-Arbeit sowie der Wunsch, mit den Gottesdiensten auch junge Leute zu erreichen – ohne die älteren aus den Augen zu verlieren. Während zu Corona-Zeiten ein Videostream entstand, den noch heute wöchentlich über 100 Zuschauer verfolgen, entwickelten die drei Evangelischen Kirchengemeinden in Remchingen zusammen mit den CVJM-Vereinen und dem Kirchenbezirk die CREDO-Gottesdienste und stellten einen Musikreferenten ein. Friedemann Zitt trug mit dazu bei, die Kirchenbänke gegen Stühle zu tauschen und zusammen mit Singen und Nöttingen die im Januar bevorstehende Fusion vorzubereiten. „Uns geht es gut hier in Wilferdingen – beziehungsweise euch“, stellte er fest, „Auch wenn wir immer etwas finden, das wir besser machen können.“

Als Baden-weit einmaliges Projekt lobte Dekan Dr. Christoph Glimpel die CREDO-Arbeit. Friedemann Zitts Stelle sei nun als eine von mittelfristig drei Remchinger Pfarrstellen neu ausgeschrieben. Zur Entpflichtung gab er Friedemann Zitt und seiner Frau Sabine nach dem Segen zwei Kochlöffel mit auf den Weg – damit sie Pforzheim aufmischen, nichts anbrennen lassen und die Salatsoße unterheben können: „Ein Leben ohne Glauben ist wie Salat ohne Soße.“ Während der Kindergottesdienst mit Liedern und Sternenregen die Familie mit vier Kinder, drei davon erwachsen, verabschiedete, wartete der Posaunenchor mit einem Ständchen auf.

Neben Diakon Patrick Zipse, dem Singener Pfarrer Rudolf Kaltenbach und Pastor Daniel Keller von der Liebenzeller Gemeinschaft gehörten Bürgermeisterin Julia Wieland, der Kirchengemeinderat, der CVJM-Vorstand und das CREDO-Leitungsteam, an dessen Spitze nun Musikreferent Simon Zurmühl steht, zu den ersten Gratulanten. Sie erinnerten mit bunten Bildern an eine bewegte, engagierte Zeit.